Bewerbung als Climate Youth Delegate auf der COP29

Die UN-Klimakonferenz, auf Englisch die Conference of Parties (COP), findet heuer zum 29. Mal statt: von 11. bis 24. November 2024 in Baku, Aserbaidschan.

Die UN-Klimakonferenzen behandeln sehr vielfältige Themen, von der Emissionsreduktion (Mitigation), über Klimawandelanpassung und Finanzierung von Verlusten & Schäden, die durch die Klimakrise entstehen. Auf der COP29 dieses Jahr wird die Klimafinanzierung im Mittelpunkt stehen, mit Verhandlungen zum neuen Klimafinanzierungsziel (New Collective Quantified Goal). 

Das Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) schickt jährlich junge Menschen zur COP, die die Stimme der jüngsten Generation vor Ort stärken. Wir suchen heuer wieder zwei verantwortungsbewusste junge Menschen, die als Jugenddelegierte zur COP fahren. Das Junior-/Senior-Programm wird in dieser Form zum fünften Mal durchgeführt: Als Team von sechs Personen fahrt ihr zur 29. UN-Klimakonferenz. Unterstützung bekommt ihr von den beiden Senior-Jugenddelegierten und zwei Kommunikationsexpert*innen, die euch bei der Außenkommunikation unterstützen. Bei der darauffolgenden COP30, die im November 2025 in Brasilien stattfinden wird, übernehmt ihr die Rolle der Seniors. Ihr seid dann Mentor*innen der neuen Junior-Delegierten. 

Auf der Weltklimakonferenz werdet ihr die Klimaverhandlungen zwischen den Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen live mitverfolgen. Ihr werdet Einblicke von der COP sowie Forderungen unserer Generation über Presseaussendungen, Interviews mit Radio, Fernsehen und Printmedien und über Social Media an die Menschen in Österreich kommunizieren. Gleichzeitig setzt ihr euch auf der COP so gut wie möglich dafür ein, dass die Forderungen der jungen Menschen nach einer ambitionierten Klimapolitik in den Verhandlungen berücksichtigt werden. Unter anderem gibt es die Möglichkeit, in Gesprächen mit Entscheidungsträger*innen bestehende Forderungen der Jugend zu vertreten und in internationalen Arbeitsgruppen Forderungskataloge auszuarbeiten, die dann über Medienarbeit und in persönlichen Gesprächen an Verhandler*innen und Politiker*innen kommuniziert werden.

Zum Zeitpunkt der Bewerbung ist noch kein tiefgehendes Wissen über den UN-Verhandlungsprozess notwendig – Teil des Jugenddelegierten-Programms ist es, sich dieses Wissen durch Recherche, Gespräche mit Verhandler*innen und Expert*innen und in Zusammenarbeit mit den Senior Jugenddelegierten anzueignen. Gleich vorab: Das ist mit ein Grund, warum das Jugenddelegierten-Programm sehr zeitintensiv ist. Ihr werdet darüber hinaus an der LCOY Austria (Local Conference of Youth Austria) teilnehmen, mit Jugendlichen aus Österreich im Austausch stehen, an Veranstaltungen zur Klimapolitik teilnehmen und die österreichische Delegation kennenlernen.

Das österreichische Jugenddelegierten-Programm ist zum Großteil vom Bundesministerium für Klimaschutz (BMK) finanziert.

Du kannst dich bis zum 4. März 2024 (wir haben die Bewerbungsfrist verlängert!) für das Jugenddelegierten-Programm bewerben. (Wir akzeptieren Bewerbungen bis 6 Uhr am Folgetag.)

Ziel des Jugenddelegierten-Programms ist, die Stimme der Jugend bei der globalen UN-Klimakonferenz zu vertreten.

Details zum Jugenddelegierten-Programm und zum Bewerbungsablauf

Als Jugenddelegierte*r arbeitest du in zwei Richtungen – auf der einen Seite sammelst du Forderungen der österreichischen Jugend und vertrittst sie auf und rund um die Klimakonferenz, auf der anderen Seite nimmst du Eindrücke und Nachrichten von dort auf und vermittelst sie über diverse Kanäle zurück an die Menschen in Österreich.

Vor der COY (Conference of Youth) und COP (Conference of the Parties)

  • Vorbereitung  von österreichischen und europäischen (Jugend-)Positionspapieren
  • Inhaltliche Mitarbeit bei der LCOY (Local Conference of Youth) Austria in Wien
  • Gespräche mit politischen Entscheidungsträger*innen, NGOs und andere Advocacy-Arbeit
  • Tiefgehende inhaltliche Einarbeitung in internationale Klimapolitik und die UNFCCC-Prozesse
  • Organisation und Gestaltung von Veranstaltungen
  • Zusammenarbeit mit anderen CliMates-Projekten
  • Networking und Treffen mit der österreichischen Delegation
  • Zusammenarbeit mit anderen europäischen Jugenddelegierten
  • Auswahl einer Person aus dem Globalen Süden, deren Teilnahme an der COP von CliMates organisiert und dem Klimaministerium finanziert wird

Während der COY und COP

  • Mitarbeit bei einer YOUNGO- oder CAN-Working Group
  • Zusammenarbeit mit anderen europäischen Jugenddelegierten 
  • Verfolgen der UN-Klimaverhandlungen vor Ort
  • Zusammenfassen der Verhandlungen und Geschehnisse, u.a. für den täglichen Newsletter
  • Berichterstattung über Social Media in enger Zusammenarbeit mit zwei Kommunikationsexpert*innen
  • Gespräche mit Verhandler*innen, Politiker*innen, anderen NGOs aus Österreich und Jugendlichen aus der ganzen Welt
  • Pressearbeit (z.B. Presseaussendungen verfassen, Interviews in Radio oder TV halten)

Nach der COY und COP

  • Wissensvermittlung bei einschlägigen Veranstaltungen
  • Mitarbeit bei Empowerment- oder Advocacy-Projekten von CliMates Austria
  • Weiterentwicklung und Verbesserung des Jugenddelegierten-Programms
  • Begleitung des Bewerbungsprozess der neuen Jugenddelegierten 
  • Nach der COP ist vor der COP: Die Aufgaben von oben wiederholen sich in der Rolle des Seniors.

Formale Voraussetzungen sind:

  • Alter: am 1. April 2024 bist du zwischen 18 und 26 Jahre alt
  • Lebensmittelpunkt: überwiegend in Österreich
  • Kein Mitglied, kein*e Mitarbeiter*in einer politischen Partei
  • Gültiger Reisepass, kein Einreiseverbot für Aserbaidschan
  • Zeitliche Verfügbarkeit für Teilnahme an der COY19 und COP29 (im Zeitraum 8. bis 23.11.2024), sowie wenn möglich bei der Zwischenkonferenz SBI (im Zeitraum 3. bis 13.06.2024)

Persönliche Anforderungen sind:

  • Hohe intrinsische Motivation, dich für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit in einem internationalen Kontext einzusetzen
  • Grundlegendes Wissen zur Klimakrise und wirksamem Klimaschutz
  • Großes Interesse an nationaler und globaler Klimapolitik
  • Bereitschaft, Kritik an unzureichenden politischen Entscheidungen öffentlich zu äußern und dafür auch öffentlich aufzutreten
  • Belastbarkeit auch in stressigen Situationen, Selbstständigkeit und Proaktivität
  • Teamplayer*in, offene und kommunikative Persönlichkeit
  • Berufliche Erfahrung oder laufende Ausbildung im Bereich Umwelt/Klima, Recht, Politik o.ä. von Vorteil
  • Sprachkenntnisse in Deutsch (C1) und Englisch auf hohem Niveau (mind. B2, besser C1); weitere Sprachen sind von Vorteil
  • Social-Media-Kenntnisse sind gern gesehen (v.a. Twitter & Instagram)

* Das Jugenddelegierten-Programm braucht, ähnlich wie alle Formen des gesellschaftlichen Engagements, Bereitschaft zur Selbstlosigkeit. Wir sehen es als Hebel zur Veränderung, nicht als Möglichkeit der Selbstprofilierung. Sei dir bitte selbst gegenüber ehrlich, was dich antreibt, dich zu bewerben.

Das Jugenddelegierten-Programm nimmt relativ viel Zeit in Anspruch – schließlich möchten wir gut vorbereitet auf die COP fahren und tragen rund um die Weltklimakonferenz eine Verantwortung, der wir gerecht werden wollen. Du solltest pro Woche durchschnittlich 8 Stunden Zeit für deine Arbeit als Jugenddelegierte*r haben. Ab September wird das Programm mit der intensiven Vorbereitung kontinuierlich mehr Zeit (mehr als 20 Stunden pro Woche sind keine Seltenheit) in Anspruch nehmen, während der Konferenz bleibt praktisch keine Zeit für Uni, Arbeit oder andere Aufgaben.

Abgesehen von der Zeit rund um die Konferenzen nehmen wir natürlich bestmöglich Rücksicht auf Prüfungsphasen, berufliche Verpflichtungen, Urlaube und Regenerationsphasen, die auch ganz wichtig sind. Da das Programm aber doch ein zweijähriges Commitment ist, bitten wir dich, vor deiner Bewerbung zu reflektieren, ob es neben deinen anderen Verpflichtungen gut in dein Leben passt.

  • Teilnahme an zwei UN-Klimakonferenzen (sowie Zwischenkonferenzen und anderen relevanten Veranstaltungen)
  • fundiertes Wissen zur internationalen Klimapolitik, Einblicke in politische Verhandlungs- und Entscheidungsprozesse
  • Möglichkeit, klimapolitische Veränderung voranzutreiben
  • Erfahrung im Bereich Pressearbeit & Interviews
  • Austausch mit Mitgliedern der österreichischen Delegation
  • Arbeit in einem internationalen Netzwerk engagierter Jugendlicher
  • Praktikumsbestätigung o.Ä.

Die Arbeit als Jugenddelegierte*r ist grundsätzlich unbezahlt.

Die Reisen zu den Konferenzen werden durch Unterstützung des Bundesministeriums für Klimaschutz (BMK) finanziert. Das beinhaltet Verpflegung, Unterkunft und Transport sowie eine Aufwandsentschädigung für die Jugenddelegierten.

Auch Veranstaltungen, Workshops und Seminare im Rahmen der Vorbereitung auf die COP sind vom Fördervertrag abgedeckt.

Reiche deine Bewerbung bis Montag, 4. März 2024, über das Formular am Ende dieser Seite ein. (Unser Toleranzrahmen endet mit 6:00 Uhr des Folgetages.) Nach der ersten, schriftlichen Bewerbungsrunde werden einige Bewerber*innen zu einem Assessment Center eingeladen, das abends am 19.03. und am 21.03. in Wien stattfinden wird, jede Bewerber*in nimmt nur an einem der Termine teil. Danach werden die beiden nächsten Jugenddelegierten ausgewählt. Das Bundesministerium für Klimaschutz (BMK) sowie CliMates Austria treffen gemeinsam die Entscheidung.

Wichtig: Um einen reibungslosen Ablauf des gesamten Bewerbungsprozesses sicherzustellen, bitten wir alle Bewerber*innen sich mindestens einen der Termine (19.03. oder 21.03.) für das AC freizuhalten, noch bevor sie das Ergebnis der ersten Bewerbungsrunde erfahren haben. Wir gehen davon aus, dass jede*r die/der in die zweite Runde eingeladen wird, auch an mindestens einem der Termine Zeit hat.

Melde dich gerne per Mail (youthdelegate@climatesaustria.org) bei uns, falls du Fragen hast.

Bitte lade deine Bewerbungsunterlagen über unser Bewerbungsformular hoch. Wir benötigen ein PDF mit deinem Lebenslauf und deinem Motivationsschreiben, sowie einen Link zum Video, das du im Rahmen deiner Kreativaufgabe erstellst.

1. Infos zum Motivationsschreiben

Das Motivationsschreiben besteht aus drei Teilen.

  1. a) Deine Ideen, Pläne und Ziele bzgl. Klimaschutz

Kopiere bitte den folgenden Block in dein Motivationsschreiben rüber und ergänze die Antworten.

Was ist deine persönliche Motivation, Jugenddelegierte/r im UNFCCC-Prozess zu werden?

[deine Antwort in max. 100 Wörtern]

Was kann die Jugend tun, um die internationale Klimapolitik voranzutreiben und die Erderhitzung zu stoppen?

[deine Theory of Change in max. 80 Wörtern]

Welche Themen möchtest du als Jugenddelegierte/r den Menschen in Österreich näher bringen? Welche Kanäle möchtest du dafür verwenden? Was möchtest du persönlich beitragen, um die Themen wirkungsvoll zu vermitteln?

[deine Antwort in max. 160 Wörtern]

  1. b) Deine persönlichen Kompetenzen

Beantworte bitte folgende drei Fragen in drei Absätzen [max. 200 Wörter pro Frage].

  • Erzähle uns von einer Situation oder einem Projekt, in der/dem du besondere Teamfähigkeit gezeigt hast.
  • Erzähle uns von einer Situation, in der du auf diplomatische Art (freundlich, sachlich, bestimmt) deinen Standpunkt trotz Kritik oder Widerstand vertreten hast. 
  • Erzähle uns von einer Situation oder einem Projekt, bei der/dem du durch etwas Unvorhergesehenes deine Arbeitsweise anpassen oder auf einen Plan B umsteigen musstest.

Gehe in jeder Antwort auf folgende Fragen ein: Was war die Herausforderung? Wie bist du mit ihr umgegangen? Was hast du daraus gelernt? Wie kannst du diese Erfahrung ins Jugenddelegierten-Programm einbringen? 

  1. c) Kreative Aufgabe

Die Zeit im Bild bittet dich um ein kurzes Statement zu dem folgenden Vorfall auf der COP28. Nimm ein kurzes Video auf (max. 45 Sekunden) und beantworte dabei die Frage »Was sagen Sie zum Protest der 12-jährigen Aktivistin, wird die Jugend in Fragen der Klimapolitik ausreichend gehört?«

Das Video kannst du einfach mit deinem Handy aufnehmen, wir beurteilen nur dein Statement, nicht die Video- oder Tonqualität (solange wir dich gut verstehen können). Falls du kein Video aufnehmen magst, kannst du dein Statement auch als Text (max. 80 Wörter) oder Audiodatei (ebenfalls max. 45 Sekunden) hochladen.

© REUTERS / https://www.hindustantimes.com/india-news/indian-activist-licypriya-kangujam-12-storms-cop28-stage-in-dubai-posts-video-children-like-me-101702352562581.html

Indian climate activist, 12, ‚kicked out‘ of Cop28 for storming stage demanding action | The Independent

Wie kann ich euch kontaktieren?

Bitte kontaktiere uns bei allen weiteren Fragen, die nicht durch die FAQs beantwortet werden, über diese E-Mail Adresse: youthdelegate@climatesaustria.org.

Seit wann gibt es das Jugenddelegierten-Programm?

Die Österreichische Delegation nimmt schon seit vielen Jahren Jugenddelegierte mit zur UN-Klimakonferenz. Wir als CliMates Austria haben das Programm und die Organisation 2018 übernommen und zu einem Junior-Senior-System umgebaut: Jedes Jahr kommen 2 neue Jugenddelegierte hinzu und die „alten“ fahren nochmal mit auf die COP. Das erwies sich bislang als extrem hilfreich für die Weitergabe von Wissen und Erfahrungen.

Wir sind offen für Input zur Gestaltung des Programms und der Zielsetzung. Nimm gerne Kontakt mit uns auf. Es ist uns eine Ehre, dass wir gemeinsam mit dem Bundesministerium für Klimaschutz das Jugenddelegierten-Programm ermöglichen dürfen. Wir sehen es als unsere Aufgabe, das Programm kontinuierlich zu verbessern.

Ich kenne mich mit Klimapolitik noch nicht so gut aus. Soll ich mich trotzdem bewerben?

Ja. Gemeinsam mit den Seniors bieten wir ein ausführliches Training zu nationaler und internationaler Klimapolitik, der Klimakrise, dem UNFCCC-Prozess, Diplomatie, Social Media und Pressearbeit an. Wichtig ist, dass du Motivation und Zeit hast, um dich einzulesen. Natürlich ist es von Vorteil, wenn du ein gutes Vorwissen zu Klimapolitik mitbringst, aber das ist bei Weitem nicht das alleinige Auswahlkriterium der Jugenddelegierten.

Wie gut muss ich Englisch können?

Die Verhandlungen sind in Englisch und die Arbeitssprache ist Englisch. Ein gutes Level (mind. B2) ist deswegen erforderlich. Die Eindrücke und Aufgaben sind anstrengend genug, daher sollte die Sprache nicht eine zusätzliche Last sein. In den Verhandlungen werden alle Sprachen von der UNO simultan ins Englische übersetzt.

Warum steht in der Ausschreibung, dass ich in keiner politischen Partei aktiv sein oder für eine solche arbeiten sollte?

CliMates Austria ist ein unabhängiger Verein. Das Ziel des Jugenddelegierten-Programms ist, dass junge Menschen aus Österreich der österreichischen Jugend bei der UN- Klimakonferenz eine Stimme geben. Wenn du in einer politischen Partei aktiv bist oder arbeitest, könnte der Eindruck entstehen, dass du nicht als Jugenddelegierte*r auftrittst, sondern für die Partei und das wollen wir natürlich vermeiden.

Muss ich während des zweijährigen Programms in Österreich leben, um mich bewerben zu können? Ist ein Auslandsaufenthalt möglich?

Ja, bewirb dich bitte nur, wenn du in Österreich sein wirst. Ein Auslandsaufenthalt von einigen Monaten ist auch während des Jugenddelegierten-Programms möglich. Bevorzugt nicht im Herbst. Die Reise zur Klimakonferenz wird dir finanziert, egal von wo auf der Welt du anreist. Solltest du aber länger als einige Monate nicht in Österreich sein, erschwert das den Arbeitsprozess und ein gutes Teambuilding. Außerdem werden wir einige Events und ein oder zwei Planungswochenenden organisieren, die nur funktionieren, wenn du physisch anwesend bist. Melde dich gerne vorab per Mail, wenn du unsicher bist, ob du die Anforderungen erfüllen kannst.

Muss ich die österreichische Staatsbürgerschaft haben, um Jugenddelegierte*r zu werden?

Nein. Aber dein Lebensmittelpunkt soll Österreich sein und du solltest einen klaren und länger vorhandenen Bezug zu Österreich haben. Schließlich vertrittst du die Jugendlichen in Österreich. Schreib uns gerne eine Mail, wenn du unsicher bist.

Wie sieht ein typischer Alltag der Jugenddelegierten auf einer Klimakonferenz aus?

Typerweise stehen wir zwischen 7 und 8 Uhr auf, frühstücken und gehen oder fahren (abhängig von der Entfernung) zum Konferenzgelände. Dort wird jede*r zu unterschiedlichen oder manchmal auch zu gleichen Verhandlungen oder Events gehen. Prinzipiell sind immer ganz viele Sachen gleichzeitig, manche Veranstaltungen größer, manche kleiner.

Zwischendurch wirst du Presseinterviews haben, am Laptop Texte für Medien und Social Media schreiben oder dich mit österreichischen und internationalen Leuten treffen. Du wirst viel Zeit auf dem Konferenzgelände verbringen, lange Gänge auf- und abgehen, zu Meetings gehen und versuchen, Essen und Kaffee zu finden.

Jeder Tag schaut immer ein bisschen anders aus. Währenddessen bleiben wir aber in Kontakt und treffen uns am Ende des Tages auf jeden Fall wieder. Dann reflektieren wir gemeinsam, erledigen noch letzte Aufgaben und essen im Optimalfall zusammen zu Abend. Es kann dabei schon mal vorkommen, dass wir zwölf Stunden auf dem Gelände verbringen. Es ist eine intensive Zeit, aber du bist nicht allein dabei!

Es geht sich natürlich auch mal aus, am Abend mit anderen Jugenddelegierten oder Menschen etwas essen oder trinken zu gehen, aber ja, manchmal mussten wir in den vergangenen Jahren auch mal bis spät in die Nacht noch einen Text für den Newsletter schreiben oder wichtige Mails beantworten. Aber je nach Bedürfnissen und Präferenzen werden wir uns den Tag so einteilen, um es jeder/jedem Recht zu machen.

Wie ist das mit der Unterkunft? Muss ich die selbst organisieren?

Consider it done. Wir organisieren die Unterkunft gemeinsam mit den Seniors. Sie wissen ja am besten, was wichtig ist, während der intensiven Zeit. Finanziert wird die Unterkunft durch das Bundesministerium für Klimaschutz.

Hab ich während der Konferenz auch Freizeit? Also kann ich mir auch den Veranstaltungsort anschauen?

Die Zeit während der Konferenz ist extrem intensiv. Auf der COP wird durchverhandelt, es gibt nur einen Tag Pause, den man dringend braucht. Wir achten darauf, dass sich niemand überarbeitet, wir je nach Bedarf Pausen einlegen, die Stadt anschauen und jede*r Zeit für sich hat. Am Abend mal länger telefonieren geht sich immer gut aus. Bissl Sport oder Yoga am Morgen sollte auch machbar sein.

Es ist aber unrealistisch, dass du Zeit hast, um zu lernen oder Aufgaben zu erledigen, die in Österreich liegen geblieben sind. Nimm dir keine Aufgaben und To-Dos mit auf die UN-Klimakonferenz! Du wirst es bereuen, weil es dir entweder Schlafenszeit raubt oder du am Abend nicht mitkommen kannst auf Treffen mit anderen Jugendlichen, Jugenddelegierten und anderen spannenden Bekanntschaften.

Was, wenn ich dort krank werde?

Deine Gesundheit geht immer vor. Solltest du dich nicht wohlfühlen, respektieren wir deine Auszeit und helfen dir vor Ort, je nachdem, was du brauchst. Sollte es schlimmer werden, helfen wir dir, nach Hause zu kommen. Wir versichern dich außerdem für deine Auslandsreise.

Wie komme ich zur COP?

Wahrscheinlich leider mit dem Flugzeug, wir werden uns aber gemeinsam anschauen, ob eine Anreise am Landweg nach Baku auch möglich ist. Vor drei Jahren sind wir mit dem Zug nach Glasgow zur COP26 gereist.

Was, wenn ich mich vor Ort nicht auskenne?

Wir sind als Team vor Ort. Wir haben das Junior-Senior-System eingeführt, damit dir die Seniors unter die Arme greifen. Vor der COP, währenddessen und danach! Die Seniors waren schon mal auf einer COP und unterstützen dich: inhaltlich, mental, und organisatorisch. In Österreich gibt es auch noch ein Team, das euch virtuell unterstützt.

Ja, die ersten Tage werden verwirrend und überwältigend sein, aber danach wird’s besser werden.